Menschen verstehen, der Rohstoff für die Zukunft!



Wenn wir in einem Unternehmen arbeiten wollen, dann müssen wir uns aktuell noch darum bewerben. Ob wir das bei weiterem Fachkräftemangel immer noch müssen, das wissen wir nicht. Was bleiben wird, ist die Einschätzung des Unternehmers, der HR-Abteilung, eines sonstigen Entscheiders oder eines Teams. Diese Menschen bestimmen dann, ob wir mit oder für sie arbeiten werden.

Das Verfahren ist an sich ganz einfach. Es werden Kriterien aufgestellt und in einem Anforderungsprofil zusammengefasst und losgeht die spannende Suche. Die Auswahl müsste jetzt ja ganz einfach sein und die Bewerber rasant ausgesiebt werden.

Wie immer ist das bei uns Menschen nicht ganz so einfach und mehrere Studien belegen, dass in vielen Unternehmen nicht die für das Unternehmen bestmöglichen Mitarbeiter eingestellt werden. Woran liegt das? An den Funktionsweisen des Menschen. Wir haben ein großes Problem bei der Bewertung von Menschen.

Im Laufe der wissenschaftlichen Entwicklung haben wir viel entdeckt. Wir verstehen, wie unsere Wahrnehmung funktioniert und wie unsere Sinne uns durch das Leben führen. Bei all den Entdeckungen gab es leider nie ein Heureka für die Entdeckung des Organs, das uns klar anzeigt, wie wir richtig andere Menschen einschätzen. Uns fehlt dazu noch die Fähigkeit, sicher zu bestimmen, ob der andere tatsächlich so kompetent ist, wie wir ihn einschätzen. Wenn du dich jetzt fragst, warum das so ist. Als wir noch Beutejäger waren, musste jeder alles können. Es war nicht so, dass wir uns schon so spezialisiert haben, wie wir es jetzt machen. Ein Anwalt hätte damals nicht überlebt und ein Experte für Körpersprache hätte mit Sicherheit auch kein Seminar verkauft. Der Mensch musste, um zu überleben, die wichtigsten Fähigkeiten selber beherrschen. Heute müssen die wenigsten Menschen jagen können oder Pilze sammeln, um zu überleben. Die Fähigkeit erkennen zu können, ob jemand also wirklich gut ist auf einem Gebiet war also weniger wichtig als heute. Somit hat sie sich nicht so ausgeprägt wie andere Fähigkeiten.

Jetzt müssen wir uns also behelfen und fordern Lebensläufe, Motivationsschreiben und Zeugnisse an. Laden die vermeintlich qualifiziertesten zu Gesprächen ein, führen teilweise Persönlichkeitstest wie den Big 5 Test oder andere durch Danach glauben wir, dass wir für unser Unternehmen die richtige Entscheidung treffen können. Beschäftigt man sich mit dem Thema näher, kommt man schnell zu dem Schluss, dass wir mit der Entscheidung oft daneben liegen.

Wieso ist es so schwer, andere Menschen zu beurteilen? Weil unser Gehirn nicht neutral ist. Die Vorstellung, dass wir irgendetwas auf dieser Welt neutral beurteilen können, ist mit Verlaub menschlich naiv. Wir lesen das Motivationsschreiben und bestimme Wörter triggern uns positiv oder negativ, schon ist unsere Bewertung nicht mehr objektiv. Wir sehen das Bild des Bewerbers und wir sortieren sofort attraktiverer Menschen in den kompetenteren Pool der Bewerber. Machen wir das mit Absicht? Nein, das läuft alles unterbewusst ab. Jetzt kann man auf das Anschauen von Bildern verzichten oder die Bewerber auffordern keine Bilder zusenden. Dann erleben wir diese Bewerber im Gespräch und unser Gehirn überprüft sofort die Erwartungen, die durch die Bewerbungen entstanden sind. Sind sie deckungsgleich mit der Person, die vor uns sitz? Dann hat der Bewerber Glück, weicht er ab, dann wird es wohl nichts damit.

Mitarbeiter aussuchen ist also eine vertrackte Angelegenheit und in meinem nächsten Post werde ich darüber schreiben, warum es oft auch gut ist und das Unternehmen stärkt, wenn wir nicht die beste Person einstellen.



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