Menschenkenner Teil 3 Coco Chanel

Coco Chanel wurde als Gabrielle Chasnel 1883 in Saumur geboren. Im Alter von 11 Jahren erlebte sie, wie ihre Mutter mit 33 Jahren an Tuberkulose starb. Kurz gesagt wurde die Armut schlimmer. Ihr einziger Ruhepol, ihre Mutter verschwand aus ihrem Leben. Ihr Vater empfand wenig Verantwortung für seine Kinder und entsorgte sie in einem Kloster. Das Leben im Kloster war in allen Belangen spartanisch und Coco versuchte sich diesem Leben anzupassen. Nach einer Zeit fand sie im Kloster ein paar Liebesromane, die irgendjemand hineingeschmuggelt hatte. Wie Romane nun mal sind, unterliegen sie häufig dem Schema, welches dem Film Pretty Woman auch zugrunde liegt. Armes Mädchen trifft durch eine überraschende Wendung auf die Welt des Reichtums. Diese Geschichten weckten in Coco den Wunsch genauso zu leben und sich nicht davon abhalten zu lassen. Sie schlug eine kurze Schauspiel-Karriere ein und wurde dann Kurtisane. Also eine Frau, die sich von reichen Männern aushalten ließ und die gesellschaftlich wenig angesehen waren. Etwas unterschied sie von den anderen Kurtisanen. Diese waren kurvenreiche, hübsche Frauen, Coco war androgyn, sie war keine klassische Schönheit. Sie fing die Männer mit ihrer Energie und Präsenz. Dabei entwickelte sie den Drang, immer das haben zu wollen, was schon vergeben war. Wir kennen diesen Drang von Kindern im Sandkasten. Das Spielzeug, dass benutzt wird ist 1000-mal interessanter als das unbenutzte. Coco fand verheiratete Männer sehr anziehend und sie schnappte sich den einen oder anderen. Sie fand bei dieser Suche nach dem Vergebenen nie Erfüllung. Hatte sie es, war es nie richtig.

Sie hatte die Herausforderung, dass wir oft unsere Gefühle nicht richtig verstehen. Unser Cortex und das Limbische System sind nicht so vernetzt, dass wir unsere Gefühle tatsächlich richtig einsortieren können. Coco wollte nicht die Dinge von anderen Menschen, sie wollte die Freiheit der Männer. Sie wollte nicht so leben wie ihre weiblichen Artgenossen es in der Zeit taten. Sie entwickelte nun ihren eigenen Kleidungsstil. Einen Stil, der damals für eine Frau unvorstellbar war. Die anderen Frauen beneideten sie und waren fasziniert.

Wie wir heute wissen, schaffte sie es in der Modewelt berühmt zu werden und es konnte ihr auch wenig anhaben, das sie mit den Nazis zusammenarbeitete. Ihr Parfum Chanel No° 5 wurde das erfolgreichste Parfum überhaupt.

Wie hat sie das gemacht?

Coco Chanel lernte in ihrem Leben schnell wie wichtig der persönliche Auftritt ist. Wie sehr sich Menschen für das geheimnisvolle interessieren und wie man damit Menschen von sich überzeugen kann. In der heutigen Zeit geben wir gerne alles von uns bekannt und sind auch noch der Meinung, dass es absolut richtig ist. Wir posten unseren Urlaub, unser Essen, wir lassen jeden an unserem Leben teilhaben. Es gibt immer mehr Plattformen, auf denen man sich präsentieren kann und ich als Körpersprachler bin der Meinung, die meisten sind echt schlecht und behindern sich damit noch mehr, darum solle es aber heute nicht gehen. Wenn wir einen neuen Partner finden wollen, dann nutzen wir alle Möglichkeiten, alles über diese Person zu erfahren, bevor wir eine Beziehung eingehen. Wo bleibt da die Freude am Entdecken, wo bleibt da das Spannende am Menschen?

Wer es schafft, um sich und seine Produkte einen Mythos aufzubauen, der schafft es, dass Interesse der anderen an sich zu wecken und aufrecht zu halten. Unser Gehirn findet die Möglichkeiten der Entdeckungen spannend und bleibt länger aufmerksam. Wir dürfen nicht alles über uns verraten. Wir dürfen nicht glauben, dass diese Offenheit für den Kontakt mit anderen Menschen förderlich ist. Wenn wir es schaffen nicht immer zur Verfügung zu stehen, nicht immer präsent zu sein und andere nicht an jeder unserer Gehirnwindungen teilhaben zu lassen. Dann können wir uns aus unserem eigenen Kosmos herausbewegen und uns um die Bedürfnisse der anderen kümmern. Wir können uns und unser Produkt oder unsere Firma aus der Sicht der anderen wahrnehmen und wirklich etwas Positives bewegen.

Zu den psychologischen Hintergründen und wie Coco Chanel ihr Parfum so unwiderstehlich machte, kannst du in meinem neuen Buch lesen. Wenn du dir dieses Buch nicht entgehen lassen möchtest, trag dich hier auf meiner Homepage ein und du bekommst eines der ersten Exemplare mit Signatur.