Serie: Menschenkenner Teil 1 Lyndon B. Johnson

Aktualisiert: 16. Aug. 2021

Der 36. amerikanische Präsident Lyndon B. Johnson war entweder ein guter Menschenkenner oder ein Naturtalent. Was für unsere Betrachtung auch nicht so wichtig ist. Viel wichtiger an ihm ist, dass er sehr gekonnt mit Menschen umgehen konnte und somit viel in der amerikanischen Politik erreichen konnte. An ihm haftet der Vietnam-Krieg und seine Darstellung in unseren Breitengraden ist nicht immer positiv. Immer wieder merkt man, dass unser Bild von ihm durch den 1991 erschienen Film JFK Tatort Dallas von Oliver Stone geprägt ist. Schaut man in seine alten Geschichtsbücher aus der Schulzeit finden wir auch wenig Positives über ihn. Wer weiß schon das Lyndon B. Johnson sehr viel für die Afroamerikaner getan hat. Er hat es durch sein Geschick geschafft den Voting Rights Act 1965 durchzusetzen. Es gab fortan keine Möglichkeit mehr Menschen einem Lese- und Schreibtest zu unterziehen und so viele Afroamerikaner von der Wahl fernzuhalten. Dieses Gesetz führte dazu, dass sich die Anzahl der Wahlberechtigten in den Südstaaten verdoppelte und es waren fast nur Afroamerikaner, die endlich ihr Wahlrecht nutzen konnten und wollten. Nach dem Mord an Martin Luther King schaffte es Johnson 1968 auch den Civil Rights Act durchzusetzen. Dieser Act verbot Diskriminierung von Menschen bei der Wohnungssuche und erleichterte vielen Menschen das Leben. Der erste afroamerikanische Bundesrichter geht auch auf Johnsons Kappe.


Johnson kam aus Texas, einem Südstaat, der weniger für das Erreichen von Gleichberechtigung von Afroamerikanern bekannt war und vielleicht heute noch ist und Johnson stand zu seiner Heimat. Wie konnte er so viel Macht in den einzelnen Gremien erreichen, dass er diese umwälzenden Beschlüsse durchsetzen konnte?


Er war ein großer Meister im Umgang mit Menschen und nutze sein Wissen zielgerichtet im Umgang mit den anderen Menschen, er war ein wirklich großer Netzwerker.


Was macht einen Menschen aus, den wir das Attribut großer Netzwerker verleihen?


Wir dürfen uns hier mit der Psyche des Menschen beschäftigen und uns anschauen wie wir Kontakte positiv beurteilen. Damit sich aus verschiedenen Menschen eine Gruppe herausbildet benötigen wir mehrere Voraussetzungen und körperliche Unterstützungsmechanismen. Diese wirken schon seit 1000en von Jahren in uns und werden unser Verhalten mit Sicherheit auch noch in Zukunft bestimmten. Wir sind keine Roboter, wir sind Menschen und als Mensch verlassen wir uns auf unsere Instinkte und Gefühle, ohne sie fällt keine Entscheidung, auch nicht die, einer Gruppe von Menschen beizutreten. Johnson nutze ein elementares Verhalten von Gruppen bildenden Wesen: Körperkontakt. Menschen berühren sich schon bevor sie überhaupt Menschen waren und dieses Verhalten ist so wichtig für uns, dass wir das nicht berühren als Foltermethode benutzen. Johnson hat nicht gefoltert, er hat Menschen gerne und viel berührt. Und jetzt nicht in irgendeiner sexuellen Art und Weise, sondern immer in einer Art, die Gemeinschaft herstellt. Dazu gehört das Berühren am Oberarm, berühren wir jemanden am Oberarm befinden wir uns in einer Region, die fast alle Menschen nicht als unangenehm empfinden, sondern zur Ausschüttung von Oxytocin führt, dem Kuschel- und Gruppenhormon. Viele Politiker erhielten auch einen freundschaftlichen Knuff in den Bauch, was wiederum eine Geste der Freundschaft und des spielerischen Wettkampfs bei der Herstellung einer Hierarchie bedeutet. Wer alle anderen in den Bauch knuffen darf, muss weit oben stehen. Bei Menschen, die er schwerer Überzeugen konnte, nutzte er seine Körpergröße geschickt als Mittel der Verständigung und hier insbesondere das Eintreten in die Distanzzone des anderen. Er schaffte es auch immer gute Laune in seinen Gesprächsgruppen zu erzeugen, er war nie um eine Geschichte verlegen und wusste gekonnt zu unterhalten.


Reicht das aus, um andere Menschen für sich zu gewinnen?


Natürlich nicht, Menschen anzufassen, die uns nicht mögen, macht die Welt nicht leichter. Erst recht nicht, wenn es ein kleiner Hieb in die Magengegend ist. Das macht es viel schwerer als leichter.


Johnson nutzt sein Wissen über sich selbst, um andere von sich zu begeistern. Er war vom Wesen her eher aggressiv und verschreckte mit diesem Verhalten andere Menschen. Im Wissen, dass er sein großes Ziel mit dem Ausleben dieser Charaktereigenschaft nicht erreichen kann, hat er sich umgestellt und sein Verhalten umgestellt. Er hat etwas getan, was viele behaupten zu können, wobei die meisten aber schon in den ersten 5 Sätzen scheitern: Er hat sich für andere Menschen interessiert und sich ihre Meinung angehört, er hat die anderen Menschen wirklich in den Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit gestellt. Das war fast nie gespielt, sondern wurde zu einer seiner Kern-Charakterzüge. Warum tat er das? Er wollte sein Ziel erreichen und ging deswegen den Königsweg des menschlichen Miteinanders.


Wie gehst du diesen Weg? Wie schaffst du es, nicht schon in den ersten 5 Sätzen oder 5 Minuten des Kontaktes mit anderen Menschen den Königsweg zu überlassen?


Schreib mir gerne deine Ideen dazu.


Wie trainiert man sich diese Eigenschaft an und nutzt sie zum Vorteil aller?


Dich interessiert was Lyndon B. Johnson genau gemacht hat und wie er es schaffte einer der mächtigsten Politiker in den USA zu werden und selbst der große John F. Kennedy nicht an ihm vorbeikam? Dann freu dich auf mein neues Buch, da gibt es dann alle Informationen.


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